Alte Traditionen wieder aufleben lassen.

 

Wie kamen wir auf die Idee frische Öle zu produzieren?

Dazu ein kleiner geschichtlicher Hintergrund.

 

Zurückzuführen ist unser anfängliches Interesse an dem Thema naturbelassene Öle auf ein paar Seiten in einem Buch, die unsere Aufmerksamkeit weckten. Darin beschrieben steht, dass der blaublühende Lein lange Zeit das Landschaftsbild im Süden Deutschlands, in der Gegend Oberschwabens, im Bodenseegebiet, im Allgäu sowie in den nahen Regionen der Schweiz und Österreich geprägt hat. Also die Gegend, aus der wir herkommen. So entstand auch der Begriff "ins Blaue fahren".

Nachweislich hat die Ravensburger Handelsgesellschaft schon seit dem Spätmittelater um 1380 herum europaweit und über Jahrhunderte Handel betrieben, u.a. mit Leinenstoff und Leinöl sowie aus Leinfasern gewonnenem Papier. Und sind damit reich und mächtig geworden.

Auch wenn in der Zeit danach die Bedeutung von Lein kontinuierlich abnahm , blieben die oben genannten Regionen Hauptanbaugebiete für diese Nutzpflanze. Dies änderte sich grundlegend mit Aufkommen der Industrialisierung und der nun billiger und leichter zu verarbeitenden Baumwolle, die den Flachsanbau für die Textilherstellung hinfällig machte, so dass es zu einem dramatischen Strukturwandel kam. Dies hatte zum Beispiel zur Folge, dass im Allgäu nunmehr  die Vieh- und Milchwirtschaft vorherrschte. Aus einer Fahrt ins Blaue wurde ein Fahrt ins Grüne. So wie dies uns heute bekannt ist.

Spätestens in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts, also nach dem II. Weltkrieg, war der Flachsbau in ganz Deutschland und Europa nicht mehr wirtschaftlich rentabel und relevant. Eine jahrtausendlang genutzte Pflanze war nicht mehr marktkonform und geriet langsam in Vergessenheit.

Dies betraf auch die Ölmühlen, die es zu früheren Zeiten als "Begleiterscheinung" des Leinanbaus in fast jedem Dorf gab. So wie jede Siedlung ihr gemeinsames Brotbackhäuschen hatte, so wurde damals auch das Öl regional vor Ort hergestellt.  Gewann man bis zum 15. Jahrhundert  Öl noch durch Schlagen oder Stampfen der Ölsaat, setzten sich ab dem 16. Jahrhundert mechanische Pressen durch und es entstand das in der Zunft organisierte Handwerk des Ölmüllers. Die Menschen damals versorgten sich mit frischem Öl, das eine Haltbarkeit von nur wenigen Wochen hatte.

Analog zur Industrialisierung in der Textilindustrie, setzte sich später auch mehr und mehr die industriell und dezentral betriebene Herstellung von Ölen durch. Waren es anfangs noch Heißpressen, wurden diese später durch großtechnische Anlagen ersetzt, die, wie allgemein, die  industrielle Herstellung von Nahrungsmitteln ermöglichten. Das war das Ende regional betriebener Ölherstellung und das Ende von Öl als gesundem Frischeprodukt.

 

Damit dies aber nicht so bleibt, ist unser Beitrag dagegen unsere kleine Manufaktur die ölkooperative, die sich der alten Tradition wieder annehmen will.  Dort im Bodenseeraum, wo Lein und Flachs jahrhundertelang das Landschaftsbild und das Leben prägte. Dort, wo wir beide herkommen. Wir wollen eine alte Kunst wiederbeleben.

 

Denn eines ist sicher:  Industriell hergestellte Öle aus der Nahrungsmittelindustrie sind nicht für Ihre Gesundheit sondern u.a. wegen ihrer Haltbarkeit so aufwendig chemisch, physikalisch hergestellt. Naturbelasene Öle hingegen sind  vital und lebensnotwendig.

 

Wir, das sind Frank, der Pressmeister und Claus. Zusammen sind wir die ölkooperative. Wir wollen wieder das Bewusstsein schaffen, Öl einzukaufen wie knackiges Gemüse und Obst - frisch und in kleiner Menge.